"Meiner tut nichts"

Heute gibt es mal einen OT-Post. Ab und an müssen einfach auch mal Dinge gesagt werden, die einen beschäftigen aber nichts mit Rezepten oder DIY zu tun haben. Deswegen gibt es ab heute auch das Label "Dies und Das" auf meinem Blog.

Unter diesem Label werde ich meine Posts veröffentlichen die nichts mit dem eigentlichen Thema meines Blogs zu tun haben, deren Inhalte ich mir aber nicht verkneifen kann (und will). Ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht krumm, wenn ich immer mal wieder etwas vom Thema abschweife ;)

So, nun aber zum eigentlichen Thema meines heutigen OT-Posts:

Wer den Text rechts unter dem Bild gelesen hat, weiß, dass mein Mann und ich eine kleine, blinde Hündin namens Winnie haben. Winnie ist wirklich ein toller Hund. Wenn ich daran denke, wie sie zu uns kam und wie sie sich entwickelt hat, dann freue ich mich, dass ich an dieser Entwicklung teilhaben durfte und noch mehr freue ich mich darüber, dass sie ein Teil meiner Familie geworden ist. 


Aber wie wahrscheinlich jedes Lebewesen auf dieser Welt hat auch sie ihre Macken. Winnie mag keine fremden Hunde. Oder besser gesagt: Sie hat Angst vor ihnen.

Wirklich verdenken kann ich ihr das auch nicht, wenn man sich einmal anschaut, wie aufgedreht – und aus Hundesicht – unhöflich die meisten Hunde heutzutage sind. Sie fühlt sich einfach überrumpelt, wenn ein nicht angeleinter 40 Kg Kollos in reiner Spiellaune über sie (8 Kg) hinwegwalzt, ohne dass sie ihn kommen sieht.

Blind, wie sie ist, sieht sie nicht, dass der Hund nur spielen will. Sie fühlt sich angegriffen. Und wie reagiert man, wenn man angegriffen wird? Genau, man knurrt und fletscht die Zähne. (Zumindest wenn man ein Hund ist :P)


Winnie hat aus solchen Begegnungen gelernt. Und zwar dass alle fremden Hunde potenziell gefährlich sind. Daher tut sie nun, sobald sie einen fremden Hund in die Nase bekommt, als ob sie ein gefährlicher Killer ist. Ich weiß, dass sie nur so tut und bin mir sehr sicher, dass sie nicht zubeißen würde.

Aber erstens will ich es nicht darauf ankommen lassen (ich hasse es nämlich tierisch falsch zu liegen) und zweitens sind andere Leute immer sehr erschrocken, wenn Winnie zähnefletschend in der Leine hängt, während ihr unerzogener Chihuahua um sie herumtänzelt und gar nicht daran denkt auf das hysterisch gerufene „HIER Princess, HIER – der frisst dich auf“ zu hören. (Am Rande: Winnie ist kein "er" - sie ist ein Mädel :P)


Daher versuche ich solche Situationen so gut es geht zu vermeiden. Sobald ich sehe, dass irgendwo in unserer Nähe Menschen unterwegs sind, nehme ich Winnie an die Leine. Wenn ich erkenne, dass die Menschen einen unangeleinten Hund dabei haben, rufe ich ihnen frühzeitig zu und bitte sie darum, den Hund an die Leine zu nehmen.

Sind beide Hunde an der Leine, kann ich Winnie nämlich dazu überreden, doch lieber die leckeren Wurststückchen zu fressen, anstatt den anderen Hund zu zerfleischen (hat auch einen netten Trainings Effekt und Winnie verknüpft fremde Hunde irgendwann mit tollen Leckereien und findet sie vielleicht nicht mehr doof) 

Soweit zur Theorie. Die Praxis sieht meistens eher so aus, dass meine Bitte mit dem Kommentar „Meiner tut nichts!“ abgetan wird und 10 Sekunden später haben wir dann oben beschriebene Situation, die ich vermeiden wollte.

Bisher habe ich mich meist zwischen die Hunde gestellt und versucht den fremden Hund von Winnie fernzuhalten, während ich Winnie zu Ruhe gerufen habe. Ich bin aber am Überlegen, ob ich Winnie in solchen Fällen nicht einfach mit dem Kommentar „Meiner schon“ ableinen und mich darüber freuen sollte, dass der andere Hundehalter der Bitte, seinen Hund anzuleinen, in Zukunft wahrscheinlich nachkommen wird.


Habt ihr selbst auch einen Hund? Kennt ihr solche Situationen? Oder gehört ihr zu der „Meiner tut nichts“-Fraktion? Dann outet euch ruhig. Mich würde eure Sichtweise tatsächlich interessieren J

2 Kommentare:

  1. Hey, ich find es toll dass ihr auch einer blinden Maus die Chance auf ein glückliches Leben gegeben habt. Ich bin selbst im Tierschutz (falls es dich interessiert schau mal unter www.hundelebensaar.de) und habe schon viel schlechtes gesehen und gehört. Meine Hündin wurde z.B. hochschwanger und fast zu Tode geprügelt auf der Straße Spaniens gefunden und sich trotzdem zu einem lieben Tier entwickelt, das nie das Vertrauen in die Menschen verloren hat. Bin sehr glücklich dass es solche Menschen wie dich und deine Mama gibt! Danke :D

    Kannst ja mal bei mir vorbei schauen. www.affenhundbloggt.blogspot.de

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    1. Huhu :)

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Echt traurig, wie vielen Tieren es durch Menschenhand schlecht geht und ich bin über jedes Einzelne froh, dass einem schlimmen Schicksal entkommen kann. (Ich war selber lange Zeit im Tierschutz tätig)

      Dir und deiner Fellnase alles Gute und ich drücke die Daumen, dass du zusammen mit deiner Organisation noch viele Tiere retten kannst!

      Viele liebe Grüße

      Jessy

      (P.S. Winnie wurde von meinem Mann und mir aufgenommen - nicht von meiner Mama. Ich wohne schon seit 2008 nicht mehr daheim :P)

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