Vor kurzem haben mein Mann und ich
unseren ersten Hochzeitstag gefeiert. Ganz traditionell haben wir den obersten
Stock der Torte eingefroren um sie am ersten Hochzeitstag aufzutauen und
gemeinsam zu essen. Da das in Gesellschaft noch schöner ist, haben wir unsere
Eltern, Geschwister und Trauzeugen dazu eingeladen.
Und wenn ich einlade, dann richtig,
also musste es vor der Torte noch ein leckeres Mittagessen geben. Weil ich
momentan mit Fleisch ein wenig auf dem Kriegsfuß stehe, sollte das Essen am
besten fleischfrei sein. Heute möchte ich euch vorstellen, was mir dazu
eingefallen ist.
Vorneweg aber - für alle
Hochzeitswilligen - die die oben genannte Tradition ebenfalls begehen wollen,
sich aber wegen der Haltbarkeit der Torte nicht sicher sind: Wir hatten eine
Biskuittorte die mit einer Buttercreme und Mandarinen gefüllt und mit einer
Zuckermasse überzogen war. Diese Torte haben wir in eine Styroporbox mit Deckel
gestellt und dann am Tag nach der Hochzeit eingefroren und sie erst am Abend
vor dem 1. Hochzeitstag wieder rausgeholt. Die Torte schmeckte noch super gut,
kein bisschen alt und vertragen haben sie auch alle. Also nur Mut ;)
So, nun zum fleischfreien Festessen. Die "Speisekarte" lautete wie
folgt:
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Kartoffelcreme
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Spinatkuchen mit Kartoffel-Walnussklöschen
an gewürzten Champignons,
dazu Sommersalat mit einem
Joghurt-Senf-Dressing
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Fruchtiges Tiramisu
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Und so könnt ihr das Festessen
nachkochen:
Kartoffelcreme:
(könnt ihr super gut einen Tag
früher kochen und dann aufwärmen. Ich finde, sie schmeckt dann sogar noch
besser als ganz frisch :))
2 Zwiebeln
2 Stangen Lauch
1 kleine Sellerie
etwa 750g Kartoffeln (ich habe ein
wenig mehr genommen)
1L Gemüsebrühe
Margarine
Salz, Pfeffer und etwas Muskat
Petersilie (am besten frische, die
könnt ihr dann auch super zum verzieren nehmen)
Das gesamte Gemüse waschen, schälen
und klein schneiden. Zuerst die Zwiebeln mit etwas Margarine in einem Topf
glasig dünsten. Anschließend das restliche Gemüse und die Kartoffeln hinzugeben
und auf kleiner Flamme mitdünsten.
Nach ein paar Minuten löscht ihr
das Ganze mit der Gemüsebrühe ab, gebt den Deckel auf den Topf und lasst die
Suppe köcheln bis die Kartoffeln durch sind. Solange die Suppe köchelt, hackt
ihr ein wenig Petersilie und gebt sie mit in die Suppe. Wenn die Kartoffeln soweit
durch sind, dass sie leicht von einer Gabel rutschen, wenn ihr in sie
reinstecht, dann nehmt ihr einen Pürierstab und püriert die Suppe biss es eine
cremige Masse gibt. Seid aber vorsichtig - die Suppe ist heiß.
Zum servieren gebt ihr die Suppe
auf einen tiefen Teller, gebt einen Klecks Creme fraiche in die Mitte. Ich habe
den Klecks noch mit einem Stück Petersilie garniert.
Spinatkuchen:
250g Mehl,
120g Margarine
1 Ei
50 ml Milch
Salz
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500g Blattspinat frisch
3 Eier
4 El Sauerrahm
150g Feta
Salz
Pfeffer
Muskat
Als Boden habe ich einen simplen Mürbeteig genommen:
Mehl, Margarine, Ei, Milch und eine Prise Salz zu einem Teig vermengen. Den
Teig in Frischhaltefolie wickeln (oder wer es nachhaltiger mag, kann den Teig
auch in eine Plastikdose geben) und etwa eine Stunde in den Kühlschrank geben.
So lange der Teig auskühlt, könnt ihr "die
Füllung" vorbereiten.
Etwas Wasser zusammen mit dem Spinat in eine Pfanne
geben und den Spinat andünsten bis er etwas zusammenfällt. Die Eier, 100g Feta,
Sauerrahm und die Gewürze verrühren.
Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank holen und eine
Springform damit auskleiden. Den Spinat etwas abtropfen lassen und dann auf dem
Mürbteig verteilen. Die Eimasse darüber geben und den restlichen Feta über
Spinat und Eimasse bröseln. Den Spinatkuchen dann bei 180°C in den Backofen
geben und etwa 30 - 40 Minuten backen. Haltet den Spinatkuchen aber im Auge -
jeder Backofen ist anders.
Kartoffel-Walnuss-Klöschen
1.250g Kartoffeln (ich habe
mehligkochende genommen)
75g Walnusskerne (wenn ihr noch
welche zum Garnieren wollt, müsst ihr etwas mehr nehmen)
100g Weizengries
200g Kartoffelstärke
Salz
Setzt einen Topf mit Salzwasser
auf. In der Zeit, die das Wasser braucht um zu kochen, könnt ihr die Kartoffeln
sauber abspülen, wenn ihr vorsichtig seid, könnt ihr auch eine kleine
Wurzelbürste zur Hilfe nehmen. Die Kartoffeln in das kochende Wasser geben und
etwa 20 Minuten kochen.
Danach gießt ihr die Kartoffeln ab
pellt sie und gebt sie durch eine Kartoffelpresse oder Stampft sie. Die
Walnüsse so klein hacken wie ihr sie gerne haben möchtet und sie zusammen mit
dem Weizengries der Kartoffelstärke und etwas Salz unter die Kartoffeln mengen.
Ich habe die Kartoffelmasse jetzt
so weit abkühlen lassen, dass ich mit den Händen kleine Klößchen formen konnte
ohne mir die Finger zu verbrennen.
Wenn der Kartoffelteig so kühl ist,
dass ihr ihn weiterverarbeiten könnt, formt ihr mit den Händen Klößchen oder,
wenn ihr es lieber groß habt, Klöse. (In diesem Zustand könnt ihr die Klößchen
auch in eine Schüssel geben, kaltstellen und einige Stunden lagern.)
Jetzt kocht ihr nochmal (ganz
leicht gesalzenes) Wasser auf. Wenn das Wasser kocht, dreht ihr die Hitze etwas
runter und gebt die Klößchen in das Kochende Wasser. Bei mir sind die Klößchen
kurz an die Wasseroberfläche gekommen als sie fertig waren (nach etwa 10
Minuten).
Klößchen abgießen oder mit einer
Schaumkelle aus dem Wasserbad angeln und auf Tellern anrichten. Ich habe
jeweils ein Klößchen mit einem halben Walnusskern garniert.
Champignons:
600g braune Champignons
5 Schalotten
3 El Olivenöl
Garam masala
1 El Mehl
250 ml Gemüsebrühe
150 ml Rotwein (am besten
Dessertwein)
75 ml Sojasoße
200g Sahne
Salz
Pilze sauber putzen, trockenen und
halbieren. Schalotten schälen und klein schneiden. Öl in einer hohen Pfanne
erhitzen, Pilze darin einige Minuten anbraten und dann die Schalotten und nach
Geschmack Garam masala dazugeben und kurz mitbraten. Die Pilze mit Mehl
bestäuben.
Gemüsebrühe, Wein, Sojasoße, Sahne
und Salz verrühren und über die Pilze geben. Kurz aufkochen lassen, mit Salz
und Pfeffer abschmecken. Fertig :)
Sommersalat:
Salat und Gemüse nach wahl.
1 kl. Becher Naturjoghurt
2 Tl Senf
Salz, Pfeffer
Nehmt einfach den Salat und das
Gemüse das euch schmeckt und würfelt es zusammen (Ich hatte Feldsalat, Paprika,
Radieschen und Mais genommen). Für das Dressing habe ich einfach einen kleinen
Becher Naturjoghurt mit 2 Tl Senf vermengt und das Ganze mit Salz und Pfeffer
abgeschmeckt. Wunderbar einfach und herrlich lecker.
So sah das Ergebnis dann auf dem
Teller aus:
Jetzt fehlt nur noch das Rezept für
das Dessert:
Fruchtiges Tiramisu:
500g frische Erdbeeren
1 Packung Löffelbiskuits
100g Zucker
1 Vanilleschote (oder fertiges
Vanillegewürz)
250g Mascarpone
250g Quark
ein paar Spritzer Amaretto (oder
Aroma)
Kaba-Pulver
Eine Auflaufform (oder kleine
Dessertschälchen) mit den Löffelbiskuits auslegen und diese mit dem Amaretto
beträufeln (nicht übertreiben, sonst werden die Biskuits zu matschig). Die
Erdbeeren waschen, vom Grün befreien, halbieren und auf die Biskuits geben. Die
Hälfte des Zuckers über die Erdbeeren Streuen (ich bin immer etwas sparsamer
und gebe weniger als 50g über die Erdbeeren. So wird es später nicht ganz so
süß).
Mascarpone, Quark und die andere
Hälfte der Zuckers (nicht mehr als 50g) vermengen. Die Vanilleschote
aufschneiden, das Mark herauskratzen und zur Mascarponemasse geben. Mit etwas
Amaretto abschmecken und die Masse dann auf den Erdbeeren verteilen.
Etwas Kaba-Pulver in ein feines
Sieb geben und dünn über die Mascarponemasse sieben. Jetzt muss das fruchtige
Tiramisu noch ein paar Stunden in den Kühlschrank damit es gut durchziehen
kann.
Leider war das Dessert schneller
aufgegessen, als das ich ein schönes Bild hätte machen können. Ich werde es
aber mit Sicherheit bald nochmal machen und dann ein Bild nachliefern :)
Was sagt ihr zu diesem
fleischfreien Festessen? Und zur Fleischfreien Ernährung allgemein? Was kocht
ihr, wenn ihr Besuch erwartet?